Altenkirch | Baumann | Lehnert | Vedana
 
  Fotografie 01 - Konstruierte Bilder
05.07. - 16.08. 2020
 
 
     
 

Die Gesellschaft der Freund junger Kunst zeigt erstmalig eine thematische Ausstellung mit Arbeiten von Architekturfotografen, die außerhalb ihrer beruflichen Aufträge entstanden sind. Im Kern widmet sich Architekturfotografie den Gebäuden, Stadtfotografie den Zusammenhängen. Die GFjK zeigt beides, aber mit der eigenen Sichtweise von Fotografen auf Gebäude und Baulandschaften. Sie lehren Dinge anders zu sehen, Details zu würdigen und dem oft nicht so beachteten etwas abzugewinnen.
 
Die Bilder von Stephan Baumann zeigen ausschnitthaft unspektakuläre, stille Räume. Dabei interessieren ihn besonders die Strukturen spätmoderner Architektur, die -in die Jahre gekommen- überformt und geprägt werden durch Spuren der Benutzung und Anpassung an die Erfordernisse des Alltags. In diesem Spannungsfeld entdeckt er temporäre ,fragile und oft unbewusste Inszenierungen, die dem Ort etwas bühnenartiges verleihen. Bei Stephan Baumann spielt das vor Ort gefundene Licht, die Farbigkeit und Materialität der Oberflächen eine besondere Rolle.
 
Orte der Kunst wie Museen und Galerien erlauben in der Regel weder Einblick noch Ausblick. Die Gründe liegen im Schutz von Eigentum und Personen und natürlich der Sicherung der ausgestellten Werke. Die Fotoserie „Aus der Kunst heraus“ von Günther Lehnert zeigt Variationen der Abschottung nach Außen und schafft dadurch besondere, auch collagenhafte Bildeindrücke. Die acht großformatigen Arbeiten von Günther Lehnert setzen den Menschen, die Technik oder die  Kunst in den Kontext der Architektur.
 
Mit der vor kurzem im Mannheimer Port 25 gezeigten Serie „luoghi tedeschi“ übersetzt, “deutsche Orte“, zeigt Marco Vedana mit deutsch-italienischer Sichtweise Bauten und deren Details, die uns vertraute Atmosphären schaffen und abbilden. Vedanas Serie entstand in der Nähe seines Wohnorts Ludwigshafen.
 
Dirk Altenkirch stellt wenige großformatige Arbeiten in Kontrast zu seiner Auftragsarbeit, die durch viele kleine Polaroid Probebildbelichtungen welche die analoge Phase seiner Berufstätigkeit repräsentieren. Diese Testbilder wachsen in Ihrer Gesamtheit zu einem Mosaik zusammen und zeigen die zeitintensive, akribische Arbeitsweise seiner professionellen Fotografie. In Altenkirchs freien Arbeiten ist das spontane Entdecken von besonderer Bedeutung. In einem kleinen Gewölberaum  bilden Ausschnitte aus gerasterten Hochhausfassaden die Motive der Turminstallation. Die beiden Aufnahmen an den Wänden stellen eine Verbindung zwischen Personen und Hochhaus her, mal spielerisch, mal skeptisch.

 
     
 
Günther Lehnert; Architektur: Bibliothek Cottbus von Herzog &-de Meuron.
 
     
     
     
 
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  Der Rätselwettbewerb ist inzwischen abgeschlossen.
Er wurde wurde gewonnen
von

Brigitte Nowatzke-Kraft